Du stehst im Fitnessstudio, greifst die Langhantel für dein nächstes Kreuzheben oder ziehst an der Klimmzugstange. Deine Hände beginnen zu schwitzen. Nach wenigen Wiederholungen spürst du, wie die Stange droht, dir aus den Fingern zu gleiten. Dieses Gefühl kennen viele: Die Kraft in deinem Griff lässt nach, bevor deine Zielmuskeln – Rücken oder Beine – ihre Arbeit beendet haben. Genau hier kommen Zughilfen ins Spiel. Du fragst dich, ob diese kleinen Helfer für dein Training im Fitnessstudio sinnvoll sind? Lass uns ganz in Ruhe darüber sprechen.
was sind zughilfen überhaupt und wofür brauchst du sie?
Zughilfen, oft auch als Griffhilfen oder Liftingstraps bezeichnet, sind im Grunde Riemen aus Nylon, Leder oder einem anderen robusten Material. Du wickelst sie um dein Handgelenk und legst sie dann fest um die Hantelstange oder den Griff deines Trainingsgeräts. Ihre Hauptaufgabe ist simpel: Sie bilden eine mechanische Brücke zwischen deiner Hand und dem Gewicht. Sie nehmen dir die anstrengende Haltearbeit ab.
Warum ist das wichtig? Dein Körper ist ein Verbundsystem. Beim Training, besonders bei schweren Zugübungen wie Kreuzheben, Rudern oder eben Klimmzügen, stoßen viele Trainierende an ihre Griffkraftgrenze. Das ist frustrierend. Dein Rücken oder deine Bizeps könnten noch mehr Wiederholungen schaffen, aber deine Unterarme geben auf. Die Zughilfe sorgt dafür, dass du dich wieder auf die Hauptbewegung konzentrieren kannst. Du trainierst gezielter deine Zielmuskulatur, anstatt ständig gegen einen nachlassenden Griff zu kämpfen. Erfahre mehr darüber, wann Zughilfen im Training wirklich sinnvoll sind.
wann machen zughilfen im gym wirklich sinn?
Viele Anfänger denken, Zughilfen sind nur für Bodybuilder, die unmenschliche Gewichte bewegen. Das stimmt so nicht ganz. Es gibt klare Situationen, in denen diese Hilfsmittel dir enorm nützen können, um deinen Fortschritt nicht zu bremsen.
- Wenn die Griffkraft limitiert: Dein Training stagniert, weil du die Hantel nicht mehr halten kannst. Wenn du merkst, dass bei 8 Wiederholungen die ersten 6 gut gehen, die letzten 2 aber nur durch reines Klammern überlebt werden, ist die Griffkraft dein Engpass.
- Bei Volumen-Training: Du arbeitest mit moderatem Gewicht für viele Sätze und Wiederholungen (z.B. 4 Sätze à 12 Wiederholungen). Hier ermüden die Unterarme schnell. Die Zughilfe erlaubt dir, die Sätze sauber durchzuziehen.
- Zur Verletzungsprävention: Ein abrutschendes Gewicht, weil die Hände versagen, ist gefährlich. Die Zughilfe gibt dir Sicherheit bei schweren Einheiten.
- Beim Klimmzugtraining: Gerade wenn du viele Klimmzüge machst, um deine Rückenbreite zu verbessern, helfen dir diese Riemen, mehr Wiederholungen zu sammeln, bevor deine Unterarme komplett leer sind.
Denk daran: Zughilfen sind Werkzeuge für spezifische Aufgaben. Sie sind nicht dazu da, dir bei jedem leichten Satz die Arbeit abzunehmen. Es geht darum, dich gezielt voranzubringen.
die wahl des richtigen zughilfen typs für dein training
Wenn du dich entscheidest, Zughilfen auszuprobieren, wirst du schnell feststellen, dass es verschiedene Ausführungen gibt. Welche die richtige für deine Übungen im Fitnessstudio ist, hängt davon ab, was du trainierst.
VIDEO: Wann sind Zughilfen sinnvoll?
leder oder nylon – was hält besser?
Das Material beeinflusst die Haltbarkeit und das Gefühl beim Gebrauch. Lederriemen sind oft dicker und fühlen sich robuster an. Sie bieten eine sehr lange Lebensdauer, benötigen aber meist eine Einlaufzeit, da sie anfangs etwas steif sind. Viele Kraftsportler schwören darauf für ihre maximalen Züge.
Nylon-Zughilfen sind dünner, leichter und flexibler. Sie sind oft einfacher zu handhaben und perfekt für den schnellen Wechsel zwischen Geräten. Sie halten auch viel Gewicht aus, können aber bei extrem hohen Lasten schneller einschnüren oder sich abnutzen als dickes Leder.
die verschiedenen systeme im überblick
Es gibt grob zwei Hauptkategorien, die du im Blick behalten solltest, wenn du nach „effektiven zughilfen für kreuzheben“ suchst:
- Die Schlaufensysteme (Standard-Straps): Das sind die klassischen Riemen. Du wickelst sie um deine Handgelenke und legst die lose Seite um die Stange. Du musst sie jedes Mal nachjustieren, wenn du das Gewicht wechselst oder eine neue Übung beginnst. Sie sind vielseitig einsetzbar, vom Rudern bis zum Shrug.
- Die Daumenschlaufen-Systeme (Hook-Systeme): Diese ähneln eher Haken, die du fest an der Stange einklinkst. Sie sind extrem schnell angelegt und wieder gelöst. Manchmal bieten sie ein sichereres Gefühl beim schnellen Ablegen, da sie nicht verrutschen können. Viele Bodybuilder bevorzugen diese Art für das Training mit maximalen Gewichten an der Langhantel.
Mein Tipp für den Einstieg: Beginne mit einem einfachen, aber gut verarbeiteten Schlaufensystem. Damit bekommst du schnell ein Gefühl dafür, wie du die Zugkraft optimal nutzt.
praktische anwendung: so benutzt du zughilfen richtig
Die beste Zughilfe bringt nichts, wenn du sie falsch anwendest. Hier geht es nicht nur darum, sie umzulegen, sondern sie so zu positionieren, dass sie dir wirklich hilft, ohne deine Technik zu beeinträchtigen.
schritt-für-schritt-anleitung für den perfekten zug
Stell dir vor, du bereitest dich auf ein schweres Kreuzheben vor:
- Vorbereitung der Hände: Lege die Zughilfe um dein Handgelenk. Achte darauf, dass der Gurt eng, aber nicht einschnürend sitzt. Der lose Teil des Gurtes zeigt nach unten in Richtung Hantel.
- Positionierung auf der Stange: Bevor du dich über die Stange beugst, legst du den freien Teil des Riemens über die Hantel. Der Riemen sollte sich dort befinden, wo deine Finger normalerweise greifen würden – also direkt unterhalb der Fingerknöchel.
- Der Griff: Jetzt greifst du die Stange. Die Zughilfe sollte fest zwischen deiner Handfläche und der Stange liegen.
- Die Wicklung: Beim Aufrichten oder Ziehen spannst du den Riemen an. Der Trick ist, die lose Schlaufe unter der Stange durchzuziehen und sie dann festzuziehen. Du wickelst sie im Grunde um die Stange, sodass die Spannung beim Zug nach oben entsteht.
- Die Ausführung: Jetzt ziehst du. Du wirst merken, dass die Kraftübertragung viel direkter ist. Deine Finger müssen nur noch die Stange leicht führen, nicht mehr krampfhaft festhalten.
- Das Ablegen: Wenn du die Wiederholung beendet hast und die Stange wieder ablegst, musst du den Druck vom Gurt nehmen. Manche Riemen lösen sich durch einfaches Lockern der Hand, bei anderen musst du leicht nachhelfen, um die Wicklung aufzurollen.
Achte darauf, dass du die Zughilfe immer nur für die Sätze verwendest, in denen du wirklich an deine Griffgrenze kommst. Trainiere deine Unterarme auch ohne Hilfsmittel, damit sie nicht komplett verkümmern. Das ist wichtig für eine ausgewogene Kraftentwicklung.
der häufige fehler: zu viel wickeln
Ein häufiges Problem bei Anfängern, die Zughilfen kaufen, ist, dass sie den Riemen zu oft um die Stange wickeln. Das macht den Griff unnötig dick und kompliziert. Ziel ist es, nur eine oder maximal zwei Umdrehungen zu machen, damit die Spannung beim Zug entsteht und sich der Riemen nicht wieder aufwickelt, wenn du ihn loslässt. Um dein Training optimal zu gestalten, ist es ratsam, auch über die richtige Auswahl anderer Trainingsgeräte wie Hanteln nachzudenken.
wann du die zughilfen besser weglässt
Ich verstehe den Drang, bei jeder Übung den einfachsten Weg zu wählen. Aber das Training der Griffkraft ist ein wertvoller Teil deiner Gesamtentwicklung im Kraftsport. Wenn du immer und überall Zughilfen benutzt, trainierst du deinen Unterarm quasi gar nicht mehr. Das führt zu dem Problem, das du eigentlich vermeiden wolltest: Dein Griff wird schwach, sobald du die Riemen ablegst.
Deshalb empfehle ich dir, eine klare Strategie zu entwickeln. Nutze die Hilfen für deine schwersten Sätze in Zugübungen. Lass sie aber bewusst weg, wenn du Technikübungen machst oder wenn du im niedrigeren Wiederholungsbereich arbeitest, wo dein Griff noch mithalten kann.
Überlege dir, wie du deine Unterarme direkt stärkst. Einfache Übungen wie Halteübungen mit der Langhantel am Ende des Trainings oder das Tragen schwerer Kettlebells verbessern deine passive Griffkraft enorm. Zughilfen sind dann der Boost, der dir hilft, das Maximum aus deinen Hauptübungen herauszuholen, ohne dass deine Vorbereitung vernachlässigt wird.
häufig gestellte fragen
sollte ich zughilfen immer bei kreuzheben benutzen?
Nein, nicht immer. Nutze sie gezielt für deine schwersten Arbeitssätze, wenn du merkst, dass der Griff vor dem Muskelversagen der Zielmuskulatur nachgibt. Bei Aufwärmsätzen oder leichteren Technikwiederholungen lässt du die Riemen lieber weg, um deinen Unterarm zu trainieren.
bestehen gefahren beim benutzen von zughilfen?
Die größte Gefahr entsteht, wenn du die Riemen zu fest anlegst oder die Technik beim Ablegen falsch ist. Ein zu enger Riemen kann die Blutzufuhr einschränken. Achte darauf, dass du die Stange kontrolliert ablegen kannst und die Riemen sich schnell lösen, falls du sie loslassen musst.
wie reinige ich meine zughilfen am besten?
Das hängt vom Material ab. Lederriemen reinigst du am besten feucht ab und lässt sie lufttrocknen; eventuell etwas Lederfett einarbeiten. Nylonriemen kannst du oft einfach mit etwas Wasser und milder Seife per Hand waschen und dann hängend trocknen lassen. Vermeide die Waschmaschine, da Hitze das Material beschädigen kann.










